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Nach einem netten, interessierten und interessanten, spannenden Gespräch über die Welt, das Netz, das Leben gab es ein Selfie, das Einfangen eines Moments der Begegnung. Zur Erinnerung.

Als dieses Foto während der rpTEN im Mai 2016 entstand, hatten wir keinen Schimmer, dass es das letzte gemeinsame sein würde. Und nun erfüllt es seine Bestimmung so viel trauriger, als wir es hätten ahnen können, als wir es wahrhaben wollen. Zur Erinnerung.

Am vergangenen Montag wurde gegen Mittag zur tragischen Gewissheit, was nach einem Abschiedsbrief in den frühen Morgenstunden viele Freundinnen und Freunde nicht nur in den Online Kanälen mit großer Sorge befürchtet hatten: Johannes Korten hat sich das Leben genommen.

Und ich musste wenigstens ein paar Tage ins Land gehen lassen, bevor ich diese Zeilen schreibe. Bevor wir Tanja und ich Johannes Frau, seinen Kindern, seiner Familie und seinen Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen auch auf diesem Weg unser ehrliches und tiefes Beileid aussprechen.

Es gibt sehr viele Menschen, die Johannes war ihm lieber besser kannten als wir. Vielleicht berühren uns seine letzten Zeilen und seine plötzliche Abwesenheit aber genau deshalb so sehr. Weil wir erkennen, wie wenig wir ihn offenbar kannten, obwohl wir regelmäßig mit ihm kommuniziert und zu tun gehabt haben. Natürlich blickt man nie in das Leben eines Menschen, den man ab und zu für gemeinsame berlegungen oder Gespräche trifft, am Ende kennen wir uns eben alle nicht wirklich. Hannes Abschiedsworte aber zeigen, dass dies in seinem Fall noch einmal auf einer tieferen Ebene zutrifft.

Das ist einer der vielen Gedanken, die bleiben und über die ich an anderen, späteren Stellen noch mehr sinnieren werde: Dass wir bei aller Kommunikation, bei allen Treffen, bei allen Debatten und Bemerkungen offline wie online nie unterschätzen dürfen, dass wir uns nicht wirklich kennen.

Tanja und ich sind Hannes zu großem Dank verpflichtet. auf der re:publica gesprochen hat. Sondern ganz besonders, weil wir die TINCON ohne ihn nicht so schnell auf den Weg hätten bringen können. Johannes gehörte zu den ersten begeisterten privaten Unterstützern der Idee, und sein Arbeitgeber, die GLS Bank, wurde 2015 der erste Partner unseres damals frisch gegründeten Vereins und des Events. Johannes hatte sich dafür eingesetzt, dass dies unkompliziert, schnell und auf großem gegenseitigen Vertrauen basierend passierte. Und wir sind sehr froh, dass wir uns dafür persönlich bei ihm bedanken konnten. Er wusste, wie sehr wir seine Begeisterungsfähigkeit und Hilfe zu schätzen wussten. Und schießlich war Hannes dann auch vor Ort, um sich die TINCON anzuschauen. Und ein Selfie mit Ralph Caspers zu machen, dessen Autogramm er sich für seinen Sohn hat geben lassen. Die Ahnung aber, dass dies alles auch Teil dessen gewesen sein könnte, was ihn letztlich überfordert und am Leben hat verzweifeln lassen, wird uns noch lange beschäftigen.

Es fühlt sich echt scheiße an, in der Vergangenheit über dich zu schreiben, Hannes. Wir wünschten, du wärst glücklicher gewesen. hat IRGENDJEMAND hier schonmal was vom werther effekt gehört.? also die selbstmorde in deutschland werden mit ziiiemlicher wahrscheinlichkeit in den nächsten wochen und monaten in die höhe schnellen. ganz konkret: wegen diesem artikel (und anderen). nach solch einem abschiedsbrief, der so groß beachtet, gereblogt und mit sentimentalen worten kommentiert wird? definitiv.

manchmal kapier ich. menschen nicht. schreibt der familie nen brief oder so. aber reisst doch andere, weitere menschen, die probleme haben, nicht noch weiter in die scheiße und ermutigt sie irgendnen mist zu tun.

es sterben jedes jahr um die 10000 menschen durch den freitod. solche briefe bringen absolut: nichts. für: niemanden! außer dass der autor mit seinen gefühlen klarkommt. dafuq!? da ist ein mensch gestorben.

was etwas gebracht hätte? seid allgemein achtsamer, geht freundlicher miteinander um, ruft euch gegenseitig mehr an, erlebet mehr mit menschen mit denen ihr nicht so viel zu tun habt, fragt WIE GEHT ES DIR und fragt doppelt und dreifach nach wenn etwas komisch erscheint.

wir alle leben in dieser modernen gesellschaft und sind alle betroffen von dem problem depression und suizid, man könnte ganz allgemein offener über das thema sprechen anstatt ständig um das neuste, prominenteste opfer zu heulen.

Wann hatte der autor zum beispiel einmal suizidgedanken (denn die hat jeder irgendwas, spätestens als jugendlicher/erste liebe, selbst wenn sie nur nen tag oder eine verheulte nacht da waren)? oder macht doch mal ein interview mit einem despressiven. wie ist seine welt? wie kommt er damit klar? ob ers versucht hat? was ihm geholfen hat.

aber egal. euch interessiert das eigentliche problem nicht. das eigentliche thema. wie alle anderen auch nicht. es läuft ja bei euch. noch. morgen geht der alltag weiter.

und grad kann man gut klicks damit machen, also macht ihrs mal zur abwechslung. und provoziert weitere tote.

naja. verdrehte logik ist auch ok.

28.07.2016 um 10:23 ich verstehe deine Punkte im Kern, allerdings darf jeder so trauern, wie er es möchte. Johnny hat ein Gedenk Statement verfasst und das ist auch in Ordnung so. Wir wissen alle, dass sich jedes Jahr Menschen das Leben nehmen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Für Angehörige von Suizidopfern oder Freunden ist das alles schwer zu ertragen. Solche Beiträge können die Sache nicht rückgängig machen, aber sie haben ihre Daseinsberechtigung. Sie sollen gedenken. Vielleicht sehen potentielle Suizidale auch, dass Sie Unterstützung kriegen können, wenn sie sich dazu trauen, sie in Anspruch zu nehmen.

Für manche Menschen ist der Suizid eine Lösung ohne Alternativen. Man kann Suizidalen Rücksichtslosigkeit vorwerfen, aber diesen Vorwurf kann man auch Menschen machen, die Suizidalen Vorwürfe machen. Jeder Mensch hat das Recht über sein eigenes Leben zu bestimmen, so egoistisch das manchmal ist.

Ich hoffe, dass Johannes seine Antworten und in dem Moment, als er sich das Leben nahm, Frieden in sich gefunden hat.

Mir tut das schrecklich leid für seine Familie und seine Freunde. Ich wünsche ihnen viel Kraft dabei, diese schwere Zeit zu meistern.

Ich selbst habe meine kleine Schwester 2012 durch einen Suizid verloren und ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung sagen:

Es ist eine sehr schwere Zeit, dass alles zu begreifen. Manche brauchen Monate, manche brauchen Jahre, manche ein ganzes Leben lang. Ich habe ungefähr 2 3 Jahre gebraucht, um das für mich in eine Form zu bringen, in der ich damit leben konnte, ohne zu verzweifeln.
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